Die Unglückseligen – Thea Dorn

Die Unglückseligen – Thea Dorn

Endlich fertig! Ich habe bestimmt eine ganze Woche an dem Buch gelesen. Ob es sich gezogen hat oder ich es einfach nur genießen wollte, erfahrt ihr jetzt.

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Das Buch

  • hat 552 Seiten.
  • ist im KNAUS-Verlag am 26.02.2016 erschienen (an dieser Stelle vielen Dank für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplars).
  • kostet 24,99€
  • basiert auf dem Leben des Physikers Johann Wilhelm Ritter, der wirklich im 18.-19. Jahrhundert gelebt hat.

Der Klappentext

Die Molekularbiologin Johanna Mawet verfolgt kein geringeres Ziel als die Abschaffung der Sterblichkeit. Während eines Forschungsaufenthalts in den USA begegnet sie einem leicht verkommenen Herrn undefinierbaren Alters, der glaubt, in Johanna den Teufel zu erkennen. Trotz dieses heiklen Beginns kommt sich das ungleiche Paar bald näher, und Johanna muss begreifen, dass sie es mit Johann Wilhelm Ritter zu tun hat, einem Physiker aus der Goethezeit, der 1776 in Schlesien geboren wurde. Kann er ihr helfen, das Geheimnis des ewigen Lebens zu ergründen? Und wer verbirgt sich hinter der altmodisch anmutenden Erzählstimme, die Johanna und Ritter bei ihrem Kampf um letzte Wahrheiten so leidenschaftlich anfeuert? Hat am Ende doch der Teufel seine Finger im Spiel?

Die Autorin

  • wurde 1970 geboren.
  • arbeitete als Dozentin für Philosophie an der FU Berlin.
  • veröffentlichte viele Romane und Drehbücher, darunter „Die deutsche Seele“ (mit Richard Wagner).

Meine Meinung

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Bildquelle

Das doch etwas altertümlich anmutende Cover hätte mich als jungen Leser eher nicht angesprochen, jedoch wollte ich mir durch die vielen guten Rezensionen selbst ein Bild von „Die Unglückseligen“ machen. Thea Dorn kannte ich als Autorin nicht, doch auch von ihr hatte ich bisher nur Gutes gehört.

Das Thema ist meiner Meinung nach sehr spannend. Es geht um die Unsterblichkeit und wie man sie mit der modernen Biologie erreichen kann.

Man lernt Johanna kennen, die seit Jahren an diesem Thema forscht und überall auf der Welt unterwegs ist. Sie ist ein wenig unterkühlt und bedient sich ausschließlich ihres Verstandes. Trotzdem ist sie nicht unsympathisch.

Auf einer ihrer Forschungsreisen trifft sie auf Ritter, einen deutschen Physiker, der auch wirklich gelebt hat. Hier geht’s zu seinem Wikipedia-Artikel, aus dem im Buch auch zitiert wird.

Thea Dorn verwebt also die Realität in ihrem Werk mit fiktiven Elementen. Mir ist vor allem die gewöhnungsbedürftige Sprache aufgefallen. Dabei ging es mir ein wenig so als würde ich Englisch lesen. Es braucht ein wenig, bis man wieder sein normales Lesetempo erreicht hat. Deshalb habe ich auch fast eine Woche an „Die Unglückseligen“ gelesen, anfangs fiel mir das Umdenken schwer.

Viele wichtige Ereignisse werden nur angedeutet und Frau Dorn bedient sich unterschiedlicher Stilmittel und Erzählperspektiven. Die Hauptgeschichte um Johanna und Ritter wird durch Einschübe, DNA-Sequenzen und Briefe aufgelockert. Doch hier möchte ich nicht zu viel verraten. Es dauert ein bisschen, bis man sich in die Geschichte hineingefunden hat. Etwa ab der Hälfte des Buchs möchte man es dann aber nicht mehr weglegen.

Johanna macht im Laufe der Geschichte einen ziemlichen Charakterwandel durch. In Thea Dorns Buch ist nichts vorhersehbar. Und so kommt auch das Ende ziemlich unerwartet. Ohne zu viel verraten zu wollen, kann ich sagen, dass es durchaus gelungen ist. Jedoch erfährt man nicht so richtig, was mit Ritter und Johanna passiert, es bleibt offen. Und dies bildet einen runden Abschluss zu der verwobenen und komplizierten Geschichte, in der auch mehr angedeutet als gesagt wird.

Fazit

Ein gutes Buch, das sich dem Thema der Unsterblichkeit teils mit Humor, teils mit Verzweiflung nähert. Ich gebe eine eindeutige Leseempfehlung, aber mit einer winzigen Einschränkung. Wenn man in der Schule bei Genetik nicht aufgepasst hat, wird es vielleicht an einigen Stellen Verständnisprobleme geben.

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5 Gedanken zu „Die Unglückseligen – Thea Dorn

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