Sind Dystopien immer Jugendbücher?

Sind Dystopien immer Jugendbücher?

Gestern hatte ich eine sehr interessante Diskussion mit meinem Freund. Es ging um die Frage, ob Dystopien immer Jugendbücher sind. Und wenn ja, warum?

Wenn ich mich auf anderen Blogs und Instagram umschauen, finde ich viele Bilder und Artikel zu Dystopien. Sie sind einfach angesagt. Wer kennt schon „Die Tribute von Panem“, „Die Bestimmung“ oder „The Circle“ nicht? Auch ich mag Dystopien, zur Rezension zu „Vollendet“ kommt ihr hier.

Was diese Bücher eint, sind die meist jugendlichen Protagonisten. Vielleicht kommt es daher, dass junge Menschen sich häufig diesen Büchern zuwenden.

Vielleicht ist es aber auch einfach das Interesse an einer Zukunftsvision. Ob an einer positiven oder negativen ist dann egal.

Andererseits muss man auch sagen, dass die Geschichte der Dystopien nicht erst 2000 anfing, sondern auch „1984“, „Herr der Fliegen“ oder einige Bücher Stephen Kings zu den Dystopien gezählt werden.

Ich habe vor einer Weile eine Utopie gelesen, die in den 1950er Jahren geschrieben wurde. Aus heutiger Sicht kann man sie aber eher zu den Komödien zählen. Und vielleicht ist es mit den „alten“ Dystopien ähnlich. Jetzt, da unsere Gegenwart die Zukunft der Vergangenheit ist (sorry, brainfuck), kann man ganz anders auf diese Bücher schauen. Moderne Dystopien bieten aber weitere Zukunftsaussichten, die noch keiner bestätigen kann.

Doch warum Dystopien und nicht Utopien?

Seit 2001 ist (jedenfalls nach meinen Informationen) keine nennenswerte Utopie mehr herausgekommen. Seit Gullivers Reisen ist in diesem Genre nicht mehr viel passiert. Leider. Mir fällt auch keine gute Erklärung dazu ein.

Aber vielleicht habt ihr ja eine Idee.

  • Schreibt in die Kommentare, was ihr von Dystopien und Utopien haltet.
  • Welche Bücher haben euch begeistert?
  • Kennt ihr auch Dystopien für Erwachsene?
  • Was denkt ihr über die Klassiker?
  • Und kennt ihr noch gute Utopien, die ich mir mal anschauen sollte? 
  • Weshalb mögt ihr Dystopien vielleicht nicht?
  • Sind Dystopien und Science Fiction für euch dasselbe?

Mich würden eure Meinungen sehr interessieren. Ansonsten schöne Pfingsten!

Eure Florentinejo

 

 

 

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9 Gedanken zu „Sind Dystopien immer Jugendbücher?

  1. Ich liebe Dystopien, aber der Jugendbuchhype nervt mich ein wenig. Es gibt auf jeden Fall Dystopien für Erwachsene, auch aus Zeiten, als das Genre noch wenig bekannt war. Ein Beispiel ist das Buch „Logan’s Run“, wobei das sehr schwer zu bekommen ist, bekannter (und für mich auch besser) ist die Verfilmung mit Michael York und Jenny Agutter aus den Siebzigern. Der deutsche Titel ist ziemlich doof: „Flucht ins 23. Jahrhundert“. Aber der Film ist fantastisch, immer noch einer meiner Lieblingsfilme. Eine anderes Beispiel sind einige Werke von Margaret Atwood, sie schreibt auch Dystopien für Erwachsene.

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  2. Ich mag Dystopien total gerne…aber gut, ich bin mit meinen jetzt 20 Jahren zur Glanzzeit von „Hunger Games“ und Co. auch genau in die Zielgruppe der Verlage reingefallen. Ich mochte einfach die Tatsache, dass man bei einer Dystopie total in eine andere Welt eintauchen kann, die überhaupt nichts mit der jetzigen Situation gemein hat. Mittlerweile stört mich der bei manchen Werken dohc sehr jugendliche Schreibstil schon ein bisschen, aber ich finde, wenn die Geschichte gut genug ist, gewöhnt man sich schnell dran. Meine Favoriten sind „The Hunger Games“, „Divergent“ und „Selection“…und gerade bei „Selection“ hab ich gemerkt, dass das auf eine jüngere Zielgruppe abzielt. Gefallen hats mir aber trotzdem 🙂

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    1. Cool, danke für den Kommentar. „The Hunger Games“ fand ich auch ziemlich gut, mein Herz hängt aber an „Vollendet“. Das habe ich vor zwei Jahren entdeckt und warte jedes Jahr wieder sehnsüchtig auf den nächsten Teil… 😿

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  3. Liebe Florentine,

    ich gebe dir vollkommen Recht. Viele Dystopien sind Jugendbücher und der Hype bricht nicht ab. Ich lese sie auch gerne oder schaue mir alternativ die Verfilmungen an. Mittlerweile weiß ich aber, dass Verlage von Dystopien langsam die Nase voll haben, deshalb denke ich, dass in Zukunft nicht mehr viele erscheinen werden. Schade eigentlich.
    Als Beispiel für einen dystopischen Zweiteiler, der sich an ein Erwachsenenpublikum richtet, kann ich dir „Feldwebel“ von Frank Goldammer empfehlen.
    Beim Thema „Utopie“ fällt mir als erstes „Der Sommer, in dem die Zeit stehen blieb“ von Tanya Stewner ein. Richtet sich an ein junges, jugendliches Publikum und hat mir letztes Jahr gut gefallen.

    Liebe Grüße

    Nicole

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    1. Dankeschön für den Kommentar. Ich habe von zwei (bzw. drei) Büchern noch nichts gehört, werde aber bestimmt mal danach schauen! Ich habe ja selbst lange Zeit nicht gewusst, dass es so ein Genre wie Dystopien gibt, für mich waren das alles immer nur Jugendbücher. Ich denke, da liegt das Problem. Die Genres verschmelzen immer mehr. Naja, obwohl… Das muss ja nicht schlecht sein. 🙂

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  4. Dystopien sind ein immer wieder beliebtes Thema, was wohl daran liegt das obwohl objektiv unser allgemein Wohl in den letzten Jahren gewachsen ist, wir immer versucht sind zu sagen „es wird nur schlimmer“ – ich schätze mal Dystopien haben da den kurios beruhigenden Effekt unsere Unkenrufe zu bestätigen. 🙂

    Dystopien und Weltuntergangsszenarien sind dabei allerdings, obwohl nicht dasselbe, etwas austauschbar geworden.
    Ein Mad Max artiges Weltuntergangs/Dystopieszenario das ich sehr mochte war „Salz“ von Gabrielle Lord.

    Bei den Filmen ist „Logan’s Run“ unbedingt sehenswert wenn man alte SF-Streifen mag, ebenso „Soylent Green“ (Jahr 2022, die Überleben wollen), welcher auf dem Buch „Make Room, Make Room“ (New York 1999) von Harry Harrison basiert und die Überbevölkerung thematisiert.

    Das bekannte „Millionenspiel“ (ebenfalls Verfilmt) von Robert Sheckley ist eine geschickte Mediensatire auf amerikanische Spielshows die in einer Dystopischen Zukunft handelt (der spätere Film „Running Man“ nach dem Stephen King Roman wurde stark davon inspiriert).
    „The Long Walk“, ebenfalls King, ist eine sehr gelobte Dystopie des Autors, habe ich alledings selbst noch nicht gelesen. Sein Weltuntergangsroman „The Stand“ hat mich jedoch sehr fasziniert.

    Philip K. Dick hat viel im Grenzbereich Alternativ Welten/Dystopien geschrieben, zum Beispiel „Eine andere Welt“ (Flow my tears the Police man said), eine in einer alternativ Welt handelnde Geschichte in der Amerika zum totalitären Polizeistaat geworden ist, oder „Blade Runner“ (Do androids dream of electric sheep?) eine Noir Geschichte auf einer umweltzerstörten Erde.

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