Sonne, Mond und Sterne – Mario Alberto Zambrano

Sonne, Mond und Sterne – Mario Alberto Zambrano

Ein ganz spezielles Buch über ein amerikanisch-mexikanisches Mädchen. Die ungewöhnliche Erzählweise schafft die Grundlage für die besondere Geschichte.

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Vielen Dank an den Luchterhand-Verlag für das Bereitstellen eines Rezensionsexemplares.

Aufmerksam auf dieses Buch wurde ich durch ein Interview mit dem Autor Mario Alberto Zambrano, der sagte, er wolle einer der vielen Flüchtlingsgeschichten ein Gesicht geben.

Da dachte ich allerdings zuerst an das aktuelle Deutschland und nicht an die USA mit ihren mexikanischen Einwanderern.

Na gut, einen Versuch war es aber wert. Das Buch macht nämlich mit seiner schönen Cover-Illustration und dem angenehmen Leinenrücken Lust aufs Lesen.

Hier was zum Inhalt:

Ein Mädchen, das nicht reden will. 53 Spielkarten, die ihre Geschichte erzählen. Ein junges Mädchen erzählt die tragische Geschichte ihrer Familie mit Hilfe eines Kartenspiels – des lateinamerikanischen Lotería. Elf Jahre alt ist Luz. Ihre ältere Schwester Estrella liegt auf der Intensivstation, ihr Vater sitzt im Gefängnis, die Mutter hat Mexiko verlassen. Luz, allein auf sich gestellt, zieht sich hinter eine Mauer des Schweigens zurück. ‚Lass dir von den Karten helfen‘, sagt man ihr im Heim. Jedes der bunten Motive – die Meerjungfrau, der Tod, die Sterne – lässt ihre Erinnerung Funken schlagen. Zusammengesetzt wie ein Satz Spielkarten erzählen die Kapitel dieses Romans Luz‘ Leben, sie erzählen von allem Schönen und allem Schrecklichen – berührend und poetisch, lebenssatt und so bunt, wie die vierfarbigen Illustrationen von Lotería-Karten. (Quelle: lovelybooks.de)

Zuerst muss ich sagen, dass mir die Bilder der Loteria-Karten sehr gut gefallen haben. Ich mag diesen Malstil. Außerdem wird am Anfang des Buchs erklärt, wie das Spiel funktioniert. Das bekommt man aber während des Lesens auch mit, vielleicht sogar besser als in dieser vorangestellten Anleitung.

Das Buch ist in 53 Kapitel gegliedert, diese sind jeweils relativ kurz, was mir gut gefällt. Am Anfang der Kapitel steht eine Loteria-Karte, die schon einen Hinweis auf den Inhalt des Kapitels gibt.

Schnell wird klar, dass man wenigstens Grundkenntnisse in Spanisch haben sollte. Ich mache schon lange Französisch und deshalb war es für mich nicht sooo schwierig, die spanischen Begriffe zu verstehen. Desweiteren sind sie auch in einem Glossar am Ende des Buchs erklärt. Allerdings unterbricht das ständige Blättern den Fluss der Geschichte und ohne einige Übersetzungen zu wissen, machen manche Stellen des Buchs keinen Sinn. Also sollte man wenigstens ein wenig Spanisch verstehen, damit einem entspannten Lesevergnügen nichts im Wege steht.

Von Kapitel zu Kapitel entstehen immer wieder zeitliche oder inhaltliche Sprünge, es gibt keine chronologische Abfolge.

Mein Augenmerk liegt aber auf dem sehr indirekten Schreibstil Zambranos. Durch das Andeuten, aber nicht Ausformulieren von Handlungen oder Emotionen schafft er eine komplizierte, aber fesselnde Geschichte, die den Leser zum Nachdenken und Selbstdenken anregt. „Sonne, Mond und Sterne“ ist sicherlich keine leichte Lektüre.

Inhalt sind eigentlich die Probleme von eingewanderten Mexikanern in Amerika, doch diese stehen nicht im Vordergrund.

Luz ist als Charakter gut durchdacht, jedoch ein bisschen farblos. Doch das ist vielleicht bei elfjährigen Mädchen so. Da kann man keine großen philosophischen Gedanken erwarten.

Fazit:

Ein außergewöhnliches Buch, das mir durch den Stil des Autors und die gesamte sprachliche Gestaltung noch lange in Erinnerung bleiben wird. Der Inhalt kommt leider nicht so gut an, da das indirekte Beschreiben von Ereignissen auf Dauer mehr verbirgt als zeigt.

 

P.S.: Also wieder 2€ für die TicTac-Dose (in der Pringles-Dose sah das Geld immer so verloren aus). Außerdem ein Fortschritt bei der Candybook Challenge 2016. Leider zählt das Land nicht für die Roman-Landkarte, da die Geschichte in Amerika spielt, aber kein bestimmter Ort genannt wird.

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2 Gedanken zu „Sonne, Mond und Sterne – Mario Alberto Zambrano

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